Re-elko, Der Massivholzspezialist

Thermoholz verarbeiten

Die vorliegende Zusammenfassung beinhaltet wichtige Hinweise zur Verarbeitung von thermisch behandeltem Laub- und Nadelholz.

Alle Angaben sind unverbindlich und beruhen auf unserem derzeitigen Kenntnisstand. Diese Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Um den Wissensstand ständig zu erweitern, sind wir auf die Rückmeldungen unserer Kunden angewiesen.

Terrassendielen aus Thermoesche mit Seitennut

Lagerung

Thermoholz kann ohne Einschränkungen und ohne besondere Maßnahmen wie herkömmliches Holz gelagert werden. Bei Verwendung im Außenbereich muss das Holz ausreichend konditioniert sein, die Verarbeitungsholzfeuchte liegt bei etwa 7 bis 10 Prozent. Bei Verwendung im Innenbereich ist die trockene beziehungsweise klimatisierte Lagerung zu beachten, die Verarbeitungsholzfeuchte liegt bei etwa 3 bis 5 Prozent.

Faustformel: Die Holzausgleichsfeuchte der nicht thermisch behandelten Holzart minus 50 Prozent entspricht der Holzausgleichsfeuchte derselben Holzart in thermisch behandeltem Zustand. Das gilt für innen wie außen.

Mechanische Bearbeitung

Zerspanungsversuche an Thermoholz haben ergeben, dass sämtliche Bearbeitungsvarianten mit den üblichen Werkzeugen und gängigen Bearbeitungsparametern möglich sind, also Sägen, Hobeln, Fräsen, Bohren, Drehen und Schleifen. Um gute Qualitäten zu erzielen, empfiehlt sich der Einsatz scharfer Hartmetallschneiden.

  • Vergrößerung des Spanwinkels und eventuell auch des Freiwinkels
  • Erhöhung der Schnittgeschwindigkeit
  • Werkzeuge mit möglichst hoher Schneidenzahl

Da Thermoholz je nach Intensität der Hochtemperaturbehandlung eine höhere Sprödigkeit aufweist als unbehandeltes Holz, sind scharfe Kanten durch Abfasen oder Abrunden zu vermeiden. Sonst besteht eine erhöhte Gefahr des Ausbrechens der Kanten.

Verbindungen

Durch die Hochtemperaturbehandlung verliert das Holz an Festigkeit und Elastizität. Deshalb sollte Thermoholz nicht im statischen Bereich eingesetzt werden. Derzeit ist es nicht möglich, Thermoholz über 65 mm Stärke herzustellen, sodass stärkere Dimensionen aus entsprechend dimensionierten Lamellen zu verkleben sind.

Bei mechanischen Verbindungen wird die Verwendung nichtrostender Metalle grundsätzlich empfohlen. Bei Verbindungen mit Holzschrauben empfiehlt sich aufgrund der Sprödigkeit des Holzes das Vorbohren. Verbindungen mit Nägeln, Nagelplatten und Klammern sind aufgrund der Sprödigkeit des Materials nicht möglich.

Bei Klebeverbindungen ist zu beachten, dass das Holz zur Gänze entfeuchtet wird, was unter Umständen eine mangelhafte Abbindung zur Folge hat. Bei wasserbasierenden Klebstoffen ist genau zu prüfen, ob die benötigte Festigkeit der Leimfuge erreicht wird. In jedem Fall ist mit einer bis zu zehnfachen Abbindezeit zu rechnen. Als geeignet hat sich bisher Polyurethanklebstoff erwiesen.

Aufgrund des um rund 50 Prozent geringeren Quell- und Schwindmaßes gegenüber unbehandeltem Holz kann Thermoholz nicht ohne Weiteres mit unbehandeltem Holz verklebt werden. Bei Dübelverbindungen ist der Einsatz thermisch behandelter Dübel notwendig, da sonst die Gefahr regelrechten Aufsprengens der Verbindung besteht.

Oberfläche

Vor Auftrag des Oberflächenmaterials ist die Holzoberfläche gründlich zu säubern.

  • Um eine gewisse Elastizität des Holzes wiederzuerlangen, empfiehlt sich insbesondere im Außenbereich der Auftrag von Öl oder Lasuren.
  • Da Thermoholz nicht beständig gegen UV-Strahlung und Vergrauung ist, wird empfohlen, bei transparenten Anstrichen Materialien mit einem gewissen Pigmentanteil zu verwenden.
  • Im Innenbereich können nach derzeitigem Kenntnisstand alle bisher angewandten Oberflächenmaterialien ohne Einschränkungen eingesetzt werden.

Konstruktion und Schutzmaßnahmen

  • Bei der Planung sind die für unbehandeltes Holz gängigen Maßnahmen des konstruktiven Holzschutzes unbedingt zu beachten.
  • Da bisher keine gesicherten Langzeitergebnisse zur Dauerhaftigkeit bei direktem Erdkontakt vorliegen, wird vorerst von einem Einsatz im Erdkontakt abgeraten.
  • Thermoholz verliert durch die Hitzebehandlung an Festigkeit. Daher werden Spannweiten von 1,00 m bis maximal 1,50 m empfohlen.
  • Aufgrund des bei der Bearbeitung entstehenden sehr feinen Staubes empfiehlt sich bei Arbeiten ohne Absaugvorrichtung das Tragen einer Hygienemaske.