Thermoholz und Tropenholz
Rohmaterial für Thermoholz ist überwiegend Laubholz aus heimischen Wäldern, derzeit vor allem Eiche, Esche, Pappel, Ahorn und Buche. Auch Nadelhölzer wie Kiefer finden Verwendung. Grundsätzlich können praktisch alle Hölzer des deutschen Waldes mit einem der Wärmespezialverfahren veredelt werden.
Derzeit erhältlich sind Esche, Pappel, Kiefer und Fichte, weitere Holzarten auf Anfrage.
Inhalt
06192 951278-0Das Verfahren
Nach der Standardtrocknung wird das Schnittholz mittels Spezialwärmebehandlung für etwa drei Tage in materialschonenden Sonderanlagen auf bis zu 210 Grad Celsius erwärmt. Dadurch verändern sich die physikalischen Eigenschaften und die innere Struktur des Holzes nachhaltig. Die Thermospezialbehandlung wandelt dabei die zuckerartigen sowie die Wasser anziehenden Bestandteile des Holzes dauerhaft um.
Das Ergebnis ist ein Holz, das Holzzersetzern wie Pilzen und Insekten keinen Lebensraum und keine Nahrung mehr bietet und deshalb besonders lange haltbar bleibt. Das so behandelte Schnittholz bekommt außerdem eine attraktive dunkle Farbtönung, die das komplette Material durchdringt. Je nach Verfahrensintensität und Holzart fällt sie unterschiedlich aus.
Was bewirkt das für den Regenwald
Mit der Entscheidung für thermisch behandeltes, einheimisches Holz tragen Thermoholzkunden zum Erhalt der letzten natürlichen Regenwälder bei, weil die Einschlagmengen in diesen kostbaren Ökotopen reduziert werden können.
Tropischer Regenwald zählt zu den wertvollsten Ökosystemen unserer Erde. Seltene Tiere finden hier letzte Rückzugsräume, das Genreservoir ist einzigartig und noch lange nicht zu Ende erforscht. Die natürlichen Pflanzengemeinschaften der Tropen wirken außerdem als Luftfilter und Klimapuffer unserer Erde.
Mit Thermoholz steht mittlerweile eine Alternative zur Verfügung, die in ihren Eigenschaften durchaus mit natürlich gewachsenem Tropenholz mithalten kann und diese zum Teil sogar übertrifft. Fast überall dort, wo wegen der spezifischen Produktanforderungen bisher Tropenholz zur Anwendung kam, von der Terrassendiele bis zum Gartenmöbel oder Fensterrahmen, kann künftig Thermoholz aus heimischen Wäldern eingesetzt werden. Zudem kommt Thermoholz auch noch optisch den Tropenhölzern nahe.
Was bewirkt das für den deutschen Wald
Mit dem Kauf von Laubholz aus Mitteleuropa stärken Sie die nachhaltige Bewirtschaftung heimischer Wälder, verhindern Monokulturen und sichern hier in Deutschland kostbare Arbeitsplätze.
Der deutsche Wald wächst jährlich um mehr als 80 Millionen Festmeter. Davon werden derzeit etwa 50 Millionen Festmeter in Deutschland genutzt, 10 Millionen Festmeter werden exportiert. Die Nachfrage entspricht derzeit also nicht dem potenziellen Angebot. Große Mengen kostbaren inländischen Holzes finden aktuell keine nachhaltige Nachfrage und laufen deshalb Gefahr, im Wald zu verrotten oder rein thermisch als Feuerholz verwertet zu werden. Dafür ist dieses Holz eigentlich zu schade.
Für die heimischen Laubholzarten Buche und Esche lässt sich die aktuell ungenügende Nachfrage nun entscheidend steigern, weil diese Holzarten durch Thermoholz als Tropenholzersatz wieder marktfähig werden. Als bezahlbare Tropenholzalternative mit vergleichbaren Produkteigenschaften schafft Thermoholz interessante neue Einsatzmöglichkeiten für heimisches Laubholz, als Terrassen- oder Bodenbelag, für Fassaden, Fenster, Türen, Möbel und als Konstruktionsholz.
Nadelwaldmonokulturen müssen also nicht sein und Tropenholzimporte könnten zugleich drastisch reduziert werden. Ökologisch wertvolle Mischwaldkonzepte bekommen hier vor Ort eine neue ökonomische Zukunft. Für den steigenden Heizholzbedarf bleibt selbst bei steigender Holznutzung immer noch genügend Material übrig, aus Thermoholzresten lassen sich Brettabschnitte, Briketts und Hackschnitzel gewinnen. Die bei der Thermoholzerzeugung ausfallenden Holzgase lassen sich zudem in Kreislaufsystemen einsetzen.
Weiter im Thema
Holz im AußenbereichWelches Holz hält draußen wirklich lange?
Warum Holz sich verändert, welche Hölzer für welchen Zweck taugen und was konstruktiver Holzschutz bedeutet.
Ansehen
WPC oder HolzWPC oder Massivholz, was ist das richtige für mich?
Haltbarkeit, Optik, Haptik und Pflege im direkten Vergleich, mit den Vorteilen beider Seiten am Schluss.
Ansehen
Sibirische Lärche oder HochgebirgslärcheWarum führen wir keine sibirische Lärche?
Dauerhaftigkeit, Rohdichte und Transportwege der beiden Lärchen im Vergleich, mit unserem Fazit.
Ansehen

